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Ad Fatigue erkennen, bevor der ROAS einbricht

Wenn euch der Umsatzeinbruch im Monatsreport auffällt, ist die Anzeige schon zwei bis drei Wochen tot. Das Geld dafür ist weg. Die guten Nachrichten: Ad Fatigue kündigt sich an, lange bevor sie im Umsatz sichtbar wird. Man muss nur auf die richtigen vier Zahlen schauen.

Ad Fatigue heißt: eure Zielgruppe hat die Anzeige oft genug gesehen. Sie reagiert nicht mehr darauf, aber die Plattform liefert sie weiter aus, weil ihr weiter dafür bezahlt. Der Effekt ist schleichend, und genau das macht ihn teuer. Kein Tag ist auffällig schlecht. Die Summe von zwanzig davon schon.

Die vier Signale unten stehen bewusst in der Reihenfolge, in der sie auftauchen. Signal eins seht ihr Wochen vor dem Umsatzeinbruch, Signal vier ungefähr zeitgleich damit. Wer erst bei vier reagiert, hat den ganzen Vorlauf verschenkt.

−3 Wochen Umsatzeinbruch Frequenz Woche −3 CPM Woche −2 Hook-Rate Woche −1 CTR / CPA Woche 0

Je später ihr im Verlauf reagiert, desto weniger Vorlauf bleibt: Frequenz warnt Wochen vorher, CTR/CPA erst, wenn der Einbruch schon läuft.

Signal 1: Die Frequenz steigt über 2,5

Die Frequenz sagt euch, wie oft eine Person aus eurer Zielgruppe die Anzeige im gewählten Zeitraum durchschnittlich gesehen hat. Ihr findet sie im Werbeanzeigenmanager über Spalten anpassen zu Leistung und Klicks zu Frequenz. Wichtig: den Zeitraum auf die letzten 7 Tage stellen, nicht auf Laufzeit gesamt, sonst mittelt ihr den Anstieg weg.

Als Faustregel: unter 2 ist unauffällig, ab etwa 2,5 wird es eng, ab 3,5 zahlt ihr überwiegend für Wiederholungen. Diese Zahlen sind keine Naturkonstante, sie hängen von Zielgruppengröße, Kaufzyklus und Preispunkt ab. Ein Möbelstück für 1.200 € verträgt mehr Wiederholung als ein Impulskauf für 19 €. Warum es dabei keine einzelne magische Zahl für alle Kampagnentypen gibt und wie ihr den Verlauf statt des Punktwerts lest, steht ausführlicher in Frequenz richtig lesen.

0 2,0 2,5 3,5 4,5+ unauffällig wird eng verbrannt

Faustregel-Skala für die Frequenz: unter 2 unauffällig, ab 2,5 Ersatz vorbereiten, ab 3,5 zahlt ihr überwiegend für Wiederholungen.

Was ihr tut: Frequenz allein ist noch kein Grund zu handeln, aber der Auslöser dafür, die anderen drei Werte anzuschauen. Wenn ihr bei 2,5 seid und noch kein Ersatz-Creative in Produktion habt, ist das der Moment, eines zu starten. Nicht der Moment, die Anzeige abzuschalten.

Signal 2: Der CPM steigt, ohne dass sich sonst etwas geändert hat

Der Tausenderkontaktpreis ist der ehrlichste Frühindikator, den ihr habt, weil er direkt widerspiegelt, wie die Plattform eure Anzeige bewertet. Sinkende Interaktion führt zu schlechterer Auktionsposition führt zu höherem CPM für dieselbe Auslieferung.

Der Haken: der CPM steigt auch aus Gründen, die nichts mit eurem Creative zu tun haben. Black Friday, Weihnachten, ein großer Wettbewerber, der plötzlich Budget in dieselbe Zielgruppe kippt. Deshalb ist die absolute Zahl weniger interessant als der Vergleich: steigt der CPM eurer alten Anzeige stärker als der eurer neuen im selben Konto und derselben Woche? Dann liegt es am Creative und nicht am Markt. Wie ihr diese Unterscheidung mit einer Referenzanzeige sauber nachvollzieht, steht in CPM steigt, Umsatz fällt: Markt oder Creative?.

Ein CPM-Anstieg über alle Anzeigen gleichzeitig ist der Markt. Ein CPM-Anstieg bei einer einzelnen Anzeige ist Ad Fatigue.

Was ihr tut: Legt euch eine Referenz an. Eine Anzeige, die nicht euer Hauptumsatzträger ist, aber dauerhaft mit kleinem Budget läuft. Deren CPM ist eure Marktlinie. Alles, was deutlich schneller steigt, ist ein Creative-Problem.

Signal 3: Die Hook-Rate fällt

Die Hook-Rate ist der Anteil der Impressionen, bei denen jemand mindestens drei Sekunden geschaut hat. Ihr baut sie euch als benutzerdefinierte Kennzahl: 3-Sekunden-Videoaufrufe geteilt durch Impressionen. Diese Zahl ist der beste verfügbare Indikator dafür, ob euer Einstieg noch funktioniert.

Warum sie so nützlich ist: sie isoliert die ersten drei Sekunden vom Rest. Wenn Hook-Rate und CTR gemeinsam fallen, ist die ganze Anzeige verbraucht. Wenn nur die Hook-Rate fällt und die Verweildauer der Leute, die dabeibleiben, stabil ist, dann ist nur euer Einstieg abgenutzt und der Rest des Videos noch gut. Das ist eine wichtige Unterscheidung, weil sie euch Arbeit spart: im zweiten Fall braucht ihr keine neue Produktion, sondern drei neue Hooks auf dasselbe Material. Wie Hook-Rate, CPM und die anderen Kennzahlen von hier in eine feste Lesereihenfolge gehören, steht in Die sechs Kennzahlen, die beim Creative zählen.

Was ihr tut: Fällt nur die Hook-Rate, testet ihr drei neue Einstiege gegen den alten, alles andere bleibt identisch. Fällt beides, braucht ihr ein neues Konzept, keinen neuen Hook.

Signal 4: Die CTR fällt und der CPA zieht nach

Das ist das Signal, auf das die meisten Shops warten. Es ist auch das nutzloseste, weil es das späteste ist. Wenn Klickrate und Kosten pro Ergebnis sich sichtbar verschlechtern, habt ihr die Phase, in der man günstig hätte gegensteuern können, bereits hinter euch.

Trotzdem gehört es in die Liste, weil es die Entscheidungsgrundlage für das Abschalten ist. Faustregel aus der Praxis: Wenn der CPA über zwei aufeinander folgende Wochen mehr als 30 Prozent über eurem Zielwert liegt und die Frequenz gleichzeitig über 3 steht, gibt es keinen sinnvollen Grund weiterzulaufen. Mehr Budget repariert das nicht, es beschleunigt es.

Der Fehler, der das Ganze erst teuer macht

Fast alle Shops, mit denen wir sprechen, erkennen Ad Fatigue irgendwann. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, was dann passiert: die Anzeige wird abgeschaltet, und danach beginnt die Suche nach Ersatz. Briefing, Produktion, Freigabe, Upload. Zwei bis vier Wochen, in denen entweder gar nichts läuft oder eine noch schwächere Anzeige das Budget bekommt.

Der Ausweg ist strukturell und hat nichts mit besserem Monitoring zu tun: der Nachfolger muss fertig sein, bevor der Amtsinhaber stirbt. Das heißt, ihr produziert nicht, wenn eine Anzeige müde wird, sondern durchgehend. Und ihr produziert nicht einen Nachfolger, sondern mehrere, weil ihr vorher nicht wisst, welcher funktioniert. Dass durchgehende Produktion heute überhaupt bezahlbar ist, liegt an KI-Video-Werkzeugen. Wo die ehrlich stehen und wo noch nicht, steht in KI-Video-Ads: was heute geht und was nicht.

Merksatz Ad Fatigue ist kein Creative-Problem, sondern ein Nachschub-Problem. Wer erst produziert, wenn die Zahlen fallen, ist immer zu spät. Nicht weil er zu langsam erkennt, sondern weil Produktion Zeit braucht.

Eine Routine, die 15 Minuten pro Woche kostet

Ihr braucht dafür kein Dashboard und kein Tool. Einmal pro Woche, fester Termin:

  1. Werbeanzeigenmanager öffnen, Zeitraum auf die letzten 7 Tage stellen.
  2. Spalten so anlegen, dass Frequenz, CPM, Hook-Rate, CTR und CPA nebeneinander stehen. Als Voreinstellung speichern, dann dauert es beim nächsten Mal zehn Sekunden.
  3. Alle Anzeigen mit Frequenz über 2,5 markieren. Für jede davon prüfen: steigt der CPM stärker als bei der Referenzanzeige?
  4. Wo beides zutrifft: Ersatz in Produktion geben. Jetzt, nicht wenn die CTR fällt.
  5. Wo der CPA zwei Wochen über Ziel liegt und die Frequenz über 3 steht: abschalten.

Das ist die ganze Methode. Sie ist nicht raffiniert, sie ist nur konsequent. Der Unterschied zwischen Shops, die an Ad Fatigue leiden, und Shops, die es nicht tun, ist selten Analysefähigkeit. Es ist fast immer die Frage, ob der nächste Kandidat schon in der Warteschlange steht.

Was wir daraus gebaut haben

Genau an dieser Stelle setzt unser Angebot an. Wir liefern jeden Monat neue Konzepte, jedes in drei Varianten, die sich in genau einer Variable unterscheiden. Damit gibt es immer einen Nachfolger, bevor der Amtsinhaber müde wird, und nach jedem Test wisst ihr nicht nur welcher gewonnen hat, sondern warum.

Wie ein solcher Test aufgebaut sein muss, damit er überhaupt etwas beweist, steht im nächsten Artikel: Creative Testing sauber aufsetzen, die häufigsten fünf Fehler. Und welche Hooks in der Ersatzproduktion überhaupt gegeneinander antreten sollten, steht hier: Die ersten drei Sekunden.

Ab welcher Frequenz ist eine Anzeige wirklich verbrannt?

Als Faustregel ab etwa 3,5, abhängig von Zielgruppengröße, Kaufzyklus und Preispunkt. Unter 2 ist unauffällig, ab 2,5 solltet ihr Ersatz vorbereiten, aber noch nicht abschalten.

Reicht ein steigender CPM als Beweis für Ad Fatigue?

Nein. Ein CPM-Anstieg über das ganze Konto ist meistens der Markt (Saison, Wettbewerb). Erst wenn der CPM einer einzelnen Anzeige deutlich stärker steigt als der einer Referenzanzeige im selben Zeitraum, liegt es am Creative.

Was ist der Unterschied zwischen Hook-Rate und CTR als Frühwarnsignal?

Die Hook-Rate misst nur die ersten drei Sekunden und fällt zuerst. Die CTR misst das ganze Video und fällt später, meist erst wenn der Umsatzeinbruch schon läuft. Wer auf CTR wartet, hat den Vorlauf der Hook-Rate verschenkt.

Wie oft sollte ich diese Kennzahlen kontrollieren?

Einmal pro Woche, fester Termin, reicht. Die Routine dafür (Spalten anlegen, Frequenz über 2,5 markieren, CPM vergleichen) dauert mit gespeicherter Voreinstellung etwa 15 Minuten.

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Wollt ihr wissen, welche eurer Anzeigen gerade müde wird?

15 Minuten, gemeinsam in eure Meta Ads Library. Wir sagen euch, welche Anzeige zu lange unverändert läuft und welcher Winkel sie schlagen könnte.